Tonischer Labyrinth Reflex


Eine Beugung des Kopfes nach vorne (TLR vorwärts) löst eine Beugung des Körpers aus. Die Streckung des Kopfes in den Nacken (wie beim Haarewaschen) (TLR rückwärts) fördert die wichtige Entwicklung aus der Beugung in die Streckung und leitet so die Aufrichtung gegen die Schwerkraft ein. Der TLR ermöglicht dem Baby erste Sinneswahrnehmungen für Gleichgewicht und Raum.

 

Mögliche Auswirkungen von einem noch bestehenden TLR:

  • Restreaktionen des TLR behindern das Krabbeln. Die Krabbelphase ist im Leben des Kindes ein wichtiger Entwicklungsschritt, um Koordination, Gleichgewicht und Augenmuskelfunktionen miteinander zu verbinden.

  • Alle folgenden Halte- und Stellreaktionen entwickeln sich nicht vollständig. Die Folge der mangelnden Kopfkontrolle ist eine Beeinträchtigung der Augenmuskelfunktionen (vestibulo-okularer Reflexbogen). Das Gleichgewicht wird durch fehlerhafte visuelle Informationen negativ beeinflusst. Kinder mit gestörtem Gleichgewicht zeigen deutlich schlechtere Leistungen in der Schule. 

  • Schwierigkeiten in der Lautunterscheidung, für die Unterscheidung von d und b, 23 und 32, links und rechts, für das Erlernen der Zeigeruhr oder für die Orientierung in der Zeit.

  • Die irritierenden Rückmeldungen über die eigene Lage im Raum haben häufig auch tollpatschige Bewegungsmuster zur Folge. Die Kinder sind dann ungeschickt und lassen häufig z.B. Teller fallen oder stoßen Gläser um.

Mögliche Restreaktionen besonders beim TLR vorwärts

  • schlechte Haltung - z.B. krummer Rücken

  • Hypotonie (geringe Muskelspannung)

  • Abneigung gegen sportliche Aktivitäten

  • ungenügend ausgebildetes Zeitgefühl, schlechte räumliche Orientierung

und beim TLR rückwärts

  • schlechte Haltung - z.B. Steifheit oder gar Neigung, auf Zehenspitzen zu gehen; oft fällt ein Purzelbaum schwer

  • schlechte Balance und Koordination der Bewegung

  • steife, ruckartige Bewegungen, die Streckmuskeln haben stärkeren Einfluss

  • gering ausgebildete Organisationsfähigkeit

 

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